Plötzlich untergegangen: 19-Jähriger stirbt bei Badeunfall / VIDEO

Sonntag, den 20. Juli 2014 um 00:20 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Taucher und Rettungskräfte stehen auf einem Steg in Bereitschaft. Gegen 22.10 Uhr wurde der Tote etwa zehn Meter vom Steg entfernt aufgefunden. Taucher und Rettungskräfte stehen auf einem Steg in Bereitschaft. Gegen 22.10 Uhr wurde der Tote etwa zehn Meter vom Steg entfernt aufgefunden. Fotos: pfa

HERZHAUSEN. Ein 19 Jahre alter Mann aus Frankenberg ist am Samstagabend bei einem Badeunfall im See eines Campingplatzes bei Herzhausen ums Leben gekommen. Etwa 85 Einsatzkräfte suchten nach dem verunglückten Schwimmer, den Taucher nach etwa zwei Stunden nur noch tot aus dem Wasser bergen konnten. Die Polizei schließt nicht aus, dass den 19-Jährigen beim Schwimmen die Kräfte verließen.

Hinweise auf Alkoholkonsum liegen der Polizei nicht vor. Um die genaue Todesursache zu ermitteln, wird die Staatsanwaltschaft voraussichtlich eine Obduktion anordnen. Nach ersten Erkenntnissen wollte das spätere Opfer mit zwei weiteren Personen gegen 20 Uhr zu einer Badeplattform im See schwimmen. Plötzlich sei der junge Mann aus noch unbekannten Gründen untergegangen und nicht mehr aufgetaucht, wie die Polizei an der Einsatzstelle berichtete.

Die Begleiter schlugen Alarm, die Rettungsleitstelle alarmierte umgehend den Korbacher Notarzt, die Besatzung eines Rettungswagens, die Vöhler "Helfer vor Ort", die DLRG sowie Feuerwehren aus Herzhausen, Buchenberg und Schmittlotheim. Weil zunächst weder ein Boot noch Taucher vom Edersee zur Verfügung standen, forderte der Vöhler Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk über die Leitstelle die Taucher der Berufsfeuerwehr Kassel an, die die Bundespolizei mit einem Puma-Hubschrauber zum Badesee flog. Zusätzliche wurden Taucher vom Twistesee und das Diemelseer Feuerwehrboot aus Adorf angefordert.

Bei eintretender Dämmerung alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren aus Korbach und Sachsenhausen, die mit Lichtmastwagen zum Badesee ausrückten und die Unglücksstelle vom Land aus ausleuchteten. Zu dieser Zeit war der Zugang zum Campingplatz und zu einem Teil der Liegewiese bereits weiträumig abgesperrt. Der Polizeihubschrauber, der die Taucher auf einer Wiese zwischen Kirchlotheim und dem Nationalparkzentrum abgesetzt hatte, unterstützte die Suche nach dem Vermissten zeitweise aus der Luft.

Taucher meldet Fund gegen 22.10 Uhr
Einer der eingesetzten Taucher meldete schließlich gegen 22.10 Uhr den Fund des vermissten Schwimmers etwa zehn Meter vom Steg entfernt in etwa vier Metern Tiefe. Der leblose 19-Jährige wurde zum Steg gebracht, wo der Notarzt nur noch den Tod feststellen konnte. Ein hinzu gerufener Pfarrer kümmerte sich als Notfallseelsorger um Begleiter und Angehörige des Toten. Ein offenbar alkoholisierter Mann aus dem Umfeld des Opfers beschimpfte mehrere Rettungskräfte an der Einsatzstelle und warf ihnen vor, nichts zur Rettung des jungen Mannes beigetragen zu haben.

Die Kripo nahm noch am Abend die Ermittlungen zur genauen Unglücksursache auf. Ein Polizeisprecher in Kassel sagte in der Nacht, man gehe derzeit von einem Schwächeanfall des 19-Jährigen als Ursache aus.

Gemeindebrandinspektor Schenk, der den Einsatz gemeinsam mit seinem Stellvertreter Marco Amert leitete, betonte, man habe mit vereinten Kräften von immerhin 85 Personen alles denkbar Mögliche getan, um den Mann zu retten - leider vergeblich. Die Zusammenarbeit zwischen den freiwilligen Feuerwehrleuten, den Berufsfeuerwehrkameraden aus Kassel, dem Rettungsdienst, der DLRG und der zur Betreuung angeforderten DRK-Schnelleinsatzgruppe sei sehr gut gewesen.

Zuletzt geändert am Sonntag, den 20. Juli 2014 um 10:06 Uhr

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